Gut an seinem Staffelgiebel erkenntlich: die DOMUS JUDAEORUM, um 1200 an der Stadtmauer erbaut. Merian-Kupferstich um 1643.

Weltweit bedeutende Wiederentdeckung:
Jüdische Synagoge aus dem 13. Jahrhundert in Schwäbisch Gmünd

DOMUS JUDAEORUM

Jüdisch-christliches Miteinander im mittelalterlichen Schwäbisch Gmünd
Bereits um 1200 entsteht im vor 1162 zur Stadt erhobenen Schwäbisch Gmünd rund um die heutige Imhofstraße, wo auch der Adel sich mächtige steinerne Wohnhäuser baut, ein Judenviertel. Die staufischen Stadtherren siedelten in Gmünd wie auch in anderen Städten gezielt jüdische Kaufleute und Geldverleiher an, um die wirtschaftliche Entwicklung ihrer neuen Stadt zu fördern.

Dazu passt, dass Gmünd den Bau der jüdischen Synagoge – der jetzt wiederentdeckten DOMUS JUDAEORUM – auf einem ihrer besten Grundstücke erlaubt: Das Gebäude erhebt sich weithin sichtbar am höchstgelegenen Punkt, innerhalb des ältesten ummauerten Stadtkerns, direkt an der Stadtmauer im Südosten.

Die Selbstverständlichkeit, die dieses repräsentative, 23 Meter hohe Steinhaus ausstrahlt, macht es so bedeutungsvoll – als Zeichen einer natürlichen, gewollten und funktionierenden Gemeinschaft jüdisch-christlicher Lebens- und Stadtkultur. Die DOMUS JUDAEORUM steht damit für eine uns heute faszinierende Geschichte der Vielfalt und der Interkulturalität.

Head Timeline

Um 1200
Errichtung eines Steinhauses am südöstlichen Rand der Stauferstadt

1241
Erste Erwähnung der Juden in Gmünd lässt auf eine größere Gemeinde schließen

1288
Errichtung Dachstuhl des auch als Synagoge genutzten Gebäudes

1501
Endgültige Vertreibung der Juden aus Schwäbisch Gmünd

2014
Nach 500 Jahren Nutzung als Wohnhaus: Wiederentdeckung der mittelalterlichen Funktion als Gemeindehaus der Juden

2018
Erwerb durch die Stadt Schwäbisch Gmünd

2027
Geplante Eröffnung als
Museum und Begegnungsort

 

Lageplan der Stadt Schwäbisch Gmünd von Johann Eustachius Jäger von Jägersberg, um 1700. Im weißen Kreis ist die DOMUS JUDAEORUM mit dem Staffelgiebel erkennbar.

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Richard Arnold, Oberbürgermeister Schwäbisch Gmünd

Selbstverständliches Miteinander in Vielfalt
Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat die seit dem 13. Jahrhundert als jüdische Synagoge genutzte DOMUS JUDAEORUM (lat.: Haus der Juden) mit breiter Zustimmung des Gemeinderats erworben. Sicher, weil es zu den ältesten Gebäuden Gmünds überhaupt gehört und abseits der urbanen Zentren in dieser Form und Funktion einzigartig in Deutschland ist.

Aber auch, weil das Haus von der schon im Mittelalter vorhandenen Fähigkeit der Menschen zeugt, jenseits religiöser Überzeugungen zusammenzuleben. Dabei steht es für die Zerbrechlichkeit dieses Zusammenlebens, das leicht durch externe Faktoren, wie die Pest, oder interne Ursachen, wie beispielsweise Neid und Missgunst, zerstört werden kann.

Die DOMUS JUDAEORUM ist ein Sinnbild dafür, wie sehr es notwendig und lohnenswert ist, sich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft in einem selbstverständlichen Miteinander in Vielfalt zu engagieren. Sie verdient es unzweifelhaft, erhalten, restauriert und behutsam genutzt zu werden.

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Das fördert Ihre Spenden

Erhalt und  Restaurierung eines im mitteleuropäischen Raum einzigartigen Gebäudes, das von jüdisch-christlicher Stadtkultur im Mittelalter zeugt.

Schaffung eines Begeg­nungs­ortes als Zeichen selbst­verständ­lichen Miteinanders in religiöser und kultureller Vielfalt.

Sanierung durch den für seine Revitalisierungen historischer Bausubstanz mehrfach ausge­zeich­neten Südtiroler Architekten Werner Tscholl.

Nutzung für alle Generationen der Stadtöffentlichkeit. Angebote für überregionale und internationale Bildungsinteressen.